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Johann Neubauer 25.06. 2007
Ich möchte in Kurzform auf sein langes Leben zurückschauen. Er war ein Goldkronacher Bürger seit seiner Geburt, genauer gesagt ein Leisauer.
Er stammte aus einer kleinen Landwirtschaft mit Zimmereigeschäft. Bereits in jungen Jahren war er am damaligen Bau der Autobahn A9 im sogenannten 3. Reich beteiligt. Nach seinem Studiumsabschluß als Bauingenieur übernahm er das Zimmereigeschäft und erweiterte dieses mit viel Fleiss und Können in ein anerkanntes Baugeschäft mit bis zu 80 Arbeitsplätzen. Bald war das Stammhaus in Leisauer zu klein und er siedelte in den 60er Jahren seinen neuen Betrieb in die Bayreuther Straße in Goldkronach um. Viele Hochbauvorhaben in und um Goldkronach, aber auch im Landkreis tragen seine Handschrift. Er hat damit wesentlich die fränkische Bauweise geprägt.
Von Anfang an war der Tradition und seiner heimat eng verbunden. In vielen Gesprächen hat er diese gesinnung positiv herausgestellt. Nach der Geschäftsübergabe an eine Nachfolgefirma begann für ihn der sogenannte Unruhestand in seinem wunderschön gelegenen Ruhesitz am Weizbühl. Das ganze Kronachtal lag zu seinen Füssen. Schon frühzeitig hatte er begonnen, alte Werkzeuge, Schriften und vor allem Fotografien zusammen zu tragen. Mit dieser Sammlung entstand die Idee für ein Heimatmuseum. Mit Gleichgesinnten und Unterstützung von Bürgermeister und Stadtrat wurde in Räumen des Rathauses, u. a. im jetzigen Bürgermeisterbüro, die Urzelle des Heimatmuseums eingerichtet. Logischerweise wurde hierzu dann der Verein Heimatmuseum Goldkronach e.V. am 01.04. 1987 gegründet. Unter der Mitgliedsnummer 1 übernahm Johann Neubauer mit 74 Jahren als Motor den Vorsitz. Nachdem sein Kind Heimatmuseum das Laufen gelernt hatte, zog er sich in die 2. Reihe zurück, ohne sich jedoch auszuruhen.
Seine Tatkraft, seine Ideen haben seine Nachfolger, u. a. unseren unvergessenen Herrn Eberhard Arnold und Martin Merkel, aufgenommen und den Verein stetig fortentwickelt bis zu unserem heutigen anerkannten Goldbergbau-Museum. Viele Exponate und schriftliche Unterlagen werden uns immer wieder an unseren Ehrenvorsitzenden Johann Neubauer erinnern. Aber nicht nur der Museumsverein war sein Betätigungsfeld, bereits seit 01.05. 1930 war er Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Leisau und nach seinem Umzug in der freiwilligen Feuerwehr Goldkronach, von 1969 bis 1988 war er in der Vorstandschaft der damaligen Flurbereinigung erfolgreich tätig. Vieles aus seinem ereignisreichen Leben hat er 1991 in seinem Büchlein “Ein Kleinbauer in Leisau” niedergeschrieben.
Er war auch politisch interessiert als Mitglied der örtlichen CSU und hat mit vielen Ideen, Sachverstand und anderen Hilfen manches auf den Weg gebracht. Sein enormes Sach- und Geschichtswissen war immer gefragt und er war ein angenehmer und unterhaltsamer Gesprächspartner. Auch seit seinem altersbedingten Umzug in das Seniorenheim am Bindlacher Berg hat er den Kontakt nach Goldkronach nicht abbrechen lassen. Wiederum lag sein geliebtes Kronachtal, diesmal von einer anderen Perspektive, vor seinen Augen, respektive vor seinem Fenster.
Nach seinem Tod hat er ein umfangreiches Schriften-, Dokumenten- und Fotomaterial hinterlassen.
Aber nicht nur dieses, eine dauerhafte Erinnerung ist die von ihm gestiftete und geschaffene “Goldene Aussicht” am Goldberg mit überwältigenden Ausblicken in den Frankenwald und das hohe Fichtelgebirge. Die Heimatgeschichte wird wieder lebendig mit dem ebenfalls gestifteten Gedenkstein an die blutige Auseinandersetzung zwischen Förster und Wilderer.
Zur Person von Herrn Neubauer ist auszuführen:
er war allseits beliebt und anerkannt, als Unternehmer hatte er neben dem notwendigen Geschäftssinn und Erfolg auch eine soziale Ader Sein Rat wurde gerne angenommen, er war eine starke und prägende Persönlichkeit. Trotz zunehmender kränklicher Verfassung war er fast bis zuletzt geistig äusserst rege und interessiert. Er hinterlässt eine schmerzliche Lücke, nicht nur im Museumsverein sondern in der gesamten Bürgerschaft. Im Namen der Stadt, aller Bürger, und aller Vereine danke ich ihm für alles, was er uns gegeben hat. Im gesegneten Alter von über 94 Jahren ist er nun von uns gegangen. Wir werden ihm immer ein ehrendes Gedenken bewahren und vieles wird uns in Erinnerung bleiben.
1. Bürgermeister Günther Hoppert
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